Parallele Welten

In ihrer Welt lauert an jeder Ecke ein Mann, und wartet nur darauf, sie ins nächste Gebüsch zerren zu können.

In meiner Welt ist ein Bekannter zu Unrecht wegen Vergewaltigung angezeigt worden.

In meiner Welt darf er seine minderjährige Tochter nicht mehr sehen. Aber zahlen für sie schon.

In meiner Welt hat ein Mitarbeiter mir sein Herz ausgeschüttet, wie er in der Schule von Mitschülerinnen gedemütigt worden ist. Das hängt ihm heute noch nach.

In meiner Welt haben viele Männer Bedenken, mit einer Frau allein in einem Zimmer oder im Aufzug zu sein.

In meiner Welt trauen sich Männer kaum noch, eine Frau anzusprechen, aus Angst, sie könnte das als Belästigung missverstehen.

In meiner Welt wird man angegiftet, wenn man sich für die Belange der Männer einsetzt.
Wenn mir als Frau das schon so geht, wie unerträglich muss es dann erst für Männer sein?

Werbeanzeigen

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

30 Antworten zu Parallele Welten

  1. Ben Froehlich schreibt:

    Und wie wird es erst sein, wenn die neuen Gesetze zum Sexualstrafrecht durchgesetzt werden, wenn man sich bei jedem Foto seiner Kinder fragen muss, ob man deswegen demnächst ne Anzeige bekommt? Ich glaube, dass wir Menschen eine immer künstlichere Form des Miteinanders bekommen, bei dem man nicht natürlich (also menschlich) miteinander umgeht, sondern sich immer weiter distanziert. Und ich befürchte sogar, dass gerade diese Distanzierung noch viel eher dazu führen wird, dass ein Mensch gegen einen anderen Gewalt anwendet, weil die Empathie verloren geht. Aber das ist nur ein Gedanke meinerseits.

    Gefällt mir

    • Tja, da sehe ich schon meine Schwester und ihren Mann im Knast.
      Denn die haben sich doch tatsächlich erdreistet, von ihren Kindern Fotos in der Badewanne oder beim Wickeln zu machen, und diese Fotos dann sogar an Verwandte und Freunde weitergegeben.

      Im Ernst, du hast schon recht, dieses natürlich Empfinden, wie die Menschen miteinander umgehen können, geht mehr und mehr verloren.
      Immer mehr – teilweise widersinnige – Reglementierungen machen einen ganz normalen, unverkrampften Umgang miteinander allmählich unmöglich.
      Und soweit ich das sehe, geht diese Entwicklung vorwiegend zu Lasten der Männer.

      Gefällt mir

      • Ben Froehlich schreibt:

        In der Wohnung einer Bekannten von mir, hingen auch Bilder von ihr als kleines Kind in der Wanne. Das schreit ja auch nach Knast…(denk dir mal einen Zeilenumbruch, der klappt bei mir gerade nicht) Im Endeffekt geht das natürlich zu Lasten aller Menschen. Ich fühle mich momentan nicht als Opfer, weil ich ein Mann bin, aber ich weiß, dass es für mich früher sehr schwer war, mit Frauen umzugehen. Also gerade im sexuellen Bereich hatte ich Angst, an die Brust zu greifen, weil ich ja kein Grabscher sein wollte usw. somit lief Sex nicht natürlich ab. Es ist für mich aber nachvollziehbar, dass es jetzt eher Männer trifft, da sie zum überwiegenden Großteil diejenigen sind, welche sich sexuell vergehen. Der Weg ist eben einfach verkehrt, aber so ist es ja oftmals. Es gibt ein Problem und man überlegt sich ein Gesetz, aufgrund dessen man klagen kann. Man sorgt aber nicht dafür, den Grund des Problems zu beheben oder überhaupt zu beleuchten.

        Gefällt mir

      • „eher Männer trifft, da sie zum überwiegenden Großteil diejenigen sind, welche sich sexuell vergehen.“

        Ist das wirklich so?
        Ist es nicht eher so, dass Männer meist gelassener und souveräner reagieren, sich sogar geschmeichelt fühlen?
        Und falls sich ein Mann tatsächlich belästigt fühlt, wird er vielleicht aus Scham schweigen.
        Frauen dagegen machen aus einem bisschen Grapscherei gleich ein Drama, haben es oft eilig, die Sache publik zu machen, und wenn sie nur vor ihren Freundinnen regelrecht damit „prahlen“.

        Andererseits ist der Durchschnittsmann einer Durchschnittsfrau rein körperlich überlegen, so dass die Folgen eines eventuellen Übergriffs schwerer wiegen können.

        Aber allein von der Häufigkeit her, glaube ich, dass Frauen den Männern kaum, wenn überhaupt, nachstehen.

        Dazu kommt, dass einige Frauen Falschbeschuldigungen nutzen, um Männern eins auszuwischen.
        Ein Mann hat kaum die Möglichkeit sich dagegen zu wehren. Während sein Leben nur aufgrund einer Beschuldigung den Bach runter gehen kann, kommen diese Frauen meist ungeschoren davon.

        Nee, in dieser Hinsicht ist das Leben als Frau doch um einiges einfacher und unkomplizierter.

        Gefällt mir

      • Ben Froehlich schreibt:

        Ich weiß nicht, ob es wirklich so ist, also ob Männer tatsächlich eher gewalttätig sind. Sie haben zumindest eher die körperliche Fähigkeit dazu. Ich kann nur wiederholen, dass ich mich nicht als Opfer sehe. Vielleicht, weil ich bisher nie eines geworden bin. Und im Endeffekt ist es ja auch genau das, worum es mir geht. Kein Mensch sollte in irgendeiner Form ein Opfer werden und wenn man das so sagt oder schreibt, dann merkt man leider sofort, wie utopisch das klingt.
        Ich saß gestern mit zwei Frauen auf dem Balkon, die ich bis dahin gar nicht kannte und wir unterhielten uns darüber, ob man einen Nacktsonntag in einer WG einführen sollte und aus einem Axtmörder wurde ein Aktmörder. Wir lachten und wir hatten unseren einfachen Spaß. So unverkrampft sollte es immer sein, wenngleich nicht jedes Gespräch Sex beinhalten muss, aber das tat es ja auch überhaupt nicht. Es ging nur um Nacktheit. Es wäre schon arg bitter, wenn aufgrund eines solchen Gespräches ein Brief bei mir landen würde, dass ich jemanden sexuell belästigt hätte. Als Mann könnte ich solch eine Klage mit den Argumenten gar nicht vorbringen, als Frau ist das sicherlich möglich. Hier hinkt es in der Tat. Aber dennoch bleibe ich dabei: Ich bin kein Opfer und ich sehe mich auch nicht als solches. Bisher nicht.

        Gefällt mir

      • „ob Männer tatsächlich eher gewalttätig sind“
        Bei Männern dürfte körperliche Gewalt schlicht erfolgsversprechender sein als bei Frauen. Diese haben dafür subtilere Methoden.

        Opfer .. Täter .. manche Leute machen sich selbst gern zum Opfer.
        Ich habe allmählich den Eindruck, dass es fast schon zum guten Ton gehört, wenigstens einmal „sexuell belästigt“ worden zu sein.
        Es gilt als schick, und wem dies nicht passiert ist, kann ja gar nicht mitreden.

        Dabei liegt ja die „Definitionshoheit“ bei jedem selbst.
        Ich lasse mich jedenfalls nicht zum „Opfer“ machen (selbst nicht z.B. davon). Mein Blog ist eine #aufschrei-freie Zone.

        Bei eurem „Nacktgespräch“ habt ihr euch alle amüsiert, und so soll es sein.
        Ich mag ja auch solche Gespräche und derb-anzügliche Zweideutigkeiten.
        Aber es gibt Leute, die einem einreden wollen, man solle sich durch solche Äußerungen „belästigt fühlen“. IMHO wollen die nur den anderen den Spaß verderben.

        Gefällt mir

      • Ben Froehlich schreibt:

        Hm…ich finde es schwierig dir da zu folgen, weil ich doch einige Opfer kenne, die es sich nun auch so ganz und gar ausgesucht haben. Da ging es nicht um sexuelle Belästigung von Frauen, aber dennoch kann ich jene Missbrauchsfälle nicht vollkommen trennen von sexuellen Belästigungen, die ganz alltäglich passieren. Oder um klarer auszudrücken, worauf ich hinaus will: Ich kann eine Respektlosigkeit gegenüber einer anderen „Gruppe“ von Menschen nicht ausstehen, weil sich nicht jeder wehren kann.

        Ich weiß, dass auch du keinen Sexualstraftäter verteidigen würdest und du hier auch eine ganz andere Ebene ansprichst. Für mich lassen sich diese Ebenen nicht trennen. Natürlich vergeht sich nicht jeder Mann an einem Kind oder an einer Frau, wenn er sonst mal anzüglich ist. Ganz sicher nicht. Aber ich kann verstehen, dass man den möglichen Opfern eine Schutzmöglichkeit geben will. Ich sehe es zwar nicht als Schutz an, wenn man im Nachhinein jemanden für sein Vergehen anklagen kann, aber zumindest gibt ein Mittel, sich zur Wehr zu setzen, wenn es sonst nicht anders möglich erscheint.

        Ich kenne keinen Mann in meinem Umfeld, der angezeigt wurde. Halt, das stimmt nicht. Einen ehemaligen Lehrer von mir und ich glaube nicht, dass da was dran war (wissen tue ich es natürlich nicht). Eine andere Geschichte war der Kinderarzt, der meinen Halbbruder verdächtigte, seine Tochter zu misshandeln, weil sie blaue Flecken hatte, so wie ich sie bei einem Kind erwarte, das viel rumspielt. Beide Fälle konnten geklärt werden, ohne dabei einem der Zwei zu schaden. Es hat jenen Lehrer vorsichtiger werden lassen, so dass er sich immer absichert, dass er nie allein mit einer Schülerin (oder einem Schüler) ist. Das ist schade, denn Vertrauen kann so nicht mehr entstehen. Aber dennoch sehe ich diese Masse an Falschanschuldigungen nicht, die du anprangerst. Womöglich sind es einfach andere Erfahrungskreise, in denen wir uns bewegen und deswegen andere Sichtweisen vertreten.

        Gefällt mir

      • Ganz gewiss will ich niemanden verteidigen, der tatsächlich (aber nach objektiven Maßstäben, nicht nur nach dem subjektiven Empfinden des „Opfers“) zu weit geht.

        Was mich aber zu diesem Eintrag veranlasst hat, ist das zunehmende Ungleichgewicht.
        Ich sehe da eine gewisse Paranoia bei vielen Frauen, die ich für völlig übertrieben halte.
        Andererseits gibt es Falschbeschuldigungen (zwar nicht „in dieser Masse“, aber trotzdem zu viele). Dabei sollte man allerdings schon unterscheiden, ob eine Falschbeschuldigung gemacht wird, um dem angeblichen „Täter“ zur schaden, oder – wie im Falle des von dir genannten Kinderarztes – aus Besorgnis um das scheinbare „Opfer“.
        Hier habe ich nur die ersterer Art angeprangert (obwohl auch die zweiter Art viel Leid über die Betroffenen bringen können – aber das würde jetzt hier zu weit führen).
        Dann gibt es als dritte Möglichkeit noch die simple Fehleinschätzung. Deshalb empfiehlt es sich, grundsätzlich erst mal ruhig und gelassen zu bleiben, und den Konflikt nicht noch durch unangebrachte Hysterie weiter zu eskalieren.

        Eine Falschbeschulidgung muss auch nicht gleich in einer Anzeige münden. Da gibt es die vielen kleinen Begebenheiten, bei denen manchmal schon ein einziger Blick genügt, damit sich die betroffene Frau daraufhin unwohl fühlt, und das dann brühwarm ihren Bekannten weitererzählt.
        Oder nimm die #Aufschrei-Affäre. Ein ungeschicktes Kompliment wird medial zum Skandal hochgepuscht.

        Das Vertrauen und die Unbefangenheit gehen immer mehr verloren.
        Das finde ich einfach traurig und sehr, sehr schade, wenn die Lockerheit zunehmender Verbiesterung und gegenseitigem Misstrauen und Entfremdung weichen muss.

        Gefällt mir

  2. elmardiederichs schreibt:

    „Wenn mir als Frau das schon so geht, wie unerträglich muss es dann erst für Männer sein?“

    Na ja …. man wird eben mit all dem groß und wie vieles andere Unangenehme, was auch andere Menschen trifft, lernt man eben, damit solche Dinge auszumanövrieren oder zu ertragen oder man denkt sich eine krative Vermeidungsstrategie aus.

    Richtig schlimm wird es erst, wenn man bemerkt, daß einen diese Dinge als Mann treffen – völlig ohine Grund. Dann kommt in der Regel ein so gewaltiger Zorn auf all die Frauen hoch, daß Mann selbst erschrickt – denn so kennt man sich sonst gar nicht.

    Die Erkenntnis ist das größere emotionale Problem, aber Aufklärung verschafft schon Liderung, keine Frage. Denn mit Frauenhass will keiner leben, er macht das Leben dunkel und trist. Feministen scheinen das nicht zu bemerken, wenn sie Männerrechtern Frauenhass unterstellen.

    Dabei ist so einfach: Haß kann sich wie ein Rausch anfühlen oder auch quälend und belastend sein und eine Enttäuschung kann uns wütend machen oder gedrückt zurücklassen.

    Die eigentlich interessante Frage scheint zu sein: Was muß man für eine mentale Verfassung haben, um sich an Hass und Wut jeden Tag zu erfreuen? Welcher Mensch, will sie eigentlich nicht sofort loswerden?

    Gefällt mir

    • Möglicherweise habe ich früher einfach zu wenig darauf geachtet, aber ich habe schon den Eindruck, dass diese allgemeine männerfeindliche Einstellung erst in den letzten, vielleicht fünf Jahren so massiv zugenommen hat.
      Ja, dafür mache ich den Feminismus verantwortlich.
      Dabei darf man aber nicht vergessen, dass diese extremen Femististinnen nur einen kleinen Bruchteil aller Frauen ausmachen.
      Die meisten Frauen kümmern sich schlicht nicht darum, oder es ist ihnen egal. Einige lassen sich auch von der Verheißung „mehr Rechte!“ blenden, ohne weiter darüber nachzudenken.

      Zorn – auch wenn durchaus nachvollziehbar – ist etwas destruktives, von dem man sich freimachen sollte.
      Wer sich nur von Zorn und Wut leiten lässt, muss wohl oft erleben, dass mancher Schuss nach hinten losgeht.

      „Was muß man für eine mentale Verfassung haben, um sich an Hass und Wut jeden Tag zu erfreuen? Welcher Mensch, will sie eigentlich nicht sofort loswerden?“
      Diese Frage ist tatsächlich höchst interessant.
      Allerdings habe ich nicht den Schimmer einer Antwort darauf.

      Gefällt mir

      • elmardiederichs schreibt:

        „dass diese allgemeine männerfeindliche Einstellung erst in den letzten, vielleicht fünf Jahren so massiv zugenommen hat.“

        Weiß nicht so recht. Mein Eindruck ist, daß es seit 2008 langsam besser wird.

        Sicher kümmern sich die wengistens Frauen um Feminismus, doch an Männerfeindlichkeit stehen sie Feministen oft nicht nach – nur würde sie das selbst niemals so klassifizieren. Sie denken, daß sie eben schlechte Erfahrungen gemacht haben und Realistinnen sind – was das Problem der Männer ist.

        Daß das irgendwie Sexismus sein könnte, kommt ihnen nicht in den Sinn.

        Gefällt mir

      • Wodurch konkret hat du den Eindruck, es würde seit 2008 besser?

        Ich nenne hier einfach mal ein paar Stichworte der letzten Jahre, die IMHO das Verhältnis zwischen Männern und Frauen mehr oder weniger stark belastet haben:
        Kachelmann, Assange, Strauss-Kahn, Internet-Sperren, #Aufschrei, Frauenquoten, ..
        Ältere vergleichbare Ereignisse fallen mir dagegen nicht spontan ein.

        „Sicher kümmern sich die wengistens Frauen um Feminismus, doch an Männerfeindlichkeit stehen sie Feministen oft nicht nach – nur würde sie das selbst niemals so klassifizieren.“
        Vor wenigen Wochen noch hätte ich gedacht, dass du übertreibst.
        Doch dann habe ich diesen Text gelesen:
        http://vonderuniandenherd.wordpress.com/2014/10/05/bloggerprojekt-medizynicus-und-molly-sexuelle-belastigung/
        (der mich BTW teilweise zu diesem Post inspiriert hat)

        Gefällt mir

      • elmardiederichs schreibt:

        „Wodurch konkret hat du den Eindruck, es würde seit 2008 besser?“

        Das ist ganz subjektiv, zum Teil sind es meine persönlichen Erfahrungen, zum Teil gibt es vermehrt in den Medien männerfreundliche bzw. feminismuskritische Berichte. Frauenkritische Berichte werden wohl noch 10 Jahre auf sich warten lassen.

        „Doch dann habe ich diesen Text gelesen:“
        Ich schau mir das gleich mal an, danke.

        Gefällt mir

      • elmardiederichs schreibt:

        Hab jetzt den Kram über Vergewaltigung gelesen:

        Interessant ist die These vom Mann als notorischem Vergewaltiger, denn sie zeigt, wie wenig solche überängstlichen Frauen von Männern wissen. Denn Männer werden normalerweise von der Lust der Frau erregt und wenn diese ausbleibt, dann rührt sich auch beim Mann in der Regel gar nichts.

        Außerdem ist eine Vergewaltigung für den Mann typischerweise extrem schmerzhaft, wenn man nicht irgendwelche künstlichen Schmiermittel zur Hand hat. Die Vorhaut ist der sensitivste Teil des Penis und nicht umsonst ist die Jungebeschneidung so ein gravierendes Problem. Ohne Gleitmitttel wäre Verkehr für jeden Mann wirklich schmerzhaft – das ist also nur was für Männer mit „besonderen Vorlieben“ oder extreme Umstände.

        Zu der These, daß jeder Mann eine Frau vergewaltigugen kann, ist also zu sagen: Nein, kann er nicht, denn wir Männer müssen uns erregen und das Aussehen der Frau reicht dafür in der Regel nicht aus. Und wenn es doch aussreicht, dann würden die Schmerzen, die der Mann empfinden würde, den Rest verhindern.

        Das bedeutet, daß eine erfolgreiche Vergewaltigung in der Regel den Einsatz von Hilfsmitteln bedeutet – und die bereitzulegen erfordert eine bedeutende kriminelle Energie – was Vergewaltigung so selten macht.

        Insbesondere ist es ja eine besonders schwere Straftat und wie bei Mord ist ein Mann dazu in der Regel nur fähig, wenn er zu dem Opfer eine besondere Beziehung hat wie Ehe, Liebe, Familie etc.. Wenn daher die Frau die Vergwaltigung anzeigt, kann man – wie bei Mord – in der Regel auch den Täter finden, denn er ist in der emotionalen Nähe der Frau zu suchen. Niedrige Verurteilungsraten bei Vergewaltigungsprozeßen sind daher immer ein Grund, gegenüber den Frauen mißttrauisch zu sein.

        Ich erinnere mich an eine Statistik, nach der ca. 3/4 aller Vergwaltigungen Konfliktstraftaten in Beziehungen sind. Konfliktstrafttaten aber wiederholen sich in der Regel nicht, denn der Täter findet ja bei ruhiger Überlegung sein eigenes Verhalten scheisse. Normalerweise lernen diese Männer aus ihrer Tat schnell, solchen Konfliktsituationen künftig aus dem Weg zu gegen.

        All das führt zur der Abschätzung, daß die Wahrscheinlichkeit, von einem fremden Mann vergewaltigt zu werden, kleiner ist, als die vom eigenen Vater erschlagen zu werden – eas deutlich macht, daß die Ängste dieser Frauen völlig unrealistisch sind.

        Die Statistiken dazu sind irgendwo auf meinem blog verlinkt, ich muß noch mal suchen.

        Gefällt mir

      • Hast du auch die Ergebnisse der „Umfrage“ gelesen und die Kommentare?

        „Außerdem ist eine Vergewaltigung für den Mann typischerweise extrem schmerzhaft, wenn man nicht irgendwelche künstlichen Schmiermittel zur Hand hat.“
        So würde ich das auch vermuten, wenn die Frau nicht genügend feucht ist. Ein Kondom könnte allerdings nützlich sein.

        Die Risiken, z.B. die Treppe runterzufallen, von einem Auto angefahren, die Handtasche geraubt zu kriegen, oder von einem Hund angefallen zu werden, schätze ich als deutlich höher ein.
        Die potentiellen Folgen erst recht.

        Früher bin ich gelegentlich durch nächtliche Straßen oder den Park gelaufen. Da ist nie irgendetwas passiert.
        Im Gegenteil, wenn mal ein Mann in der Nähe war, hat er oft betont Abstand gehalten oder die Straßenseite gewechselt, damit ich mich nur ja nicht bedroht fühle.
        Die Gefahr wird also in der Tat weit überschätzt, die Angst jedoch geschürt und für ganz andere Zwecke instrumentalisiert.

        Gefällt mir

      • elmardiederichs schreibt:

        Männerergebnisse:

        Ok, ich hab mir jetzt mal die Umfrageergebnisse mit der fragwürdig kleinen Stichprobengröße angesehen – die natürlich zweischneidig sind, denn erstens weiß man nicht, welches disjunkte Soziotop auf diese Umfrage gestoßen ist und zweitens gibt es keine Unterscheidung z.B. nach dem Bildungsgrad: Wer etwas prolliger ist, der wird tendentiell auch sexuell drastischer zur Sache gehen, das gilt für Männer wie Frauen und ist kein Problem der Männlichkeit. Sexuelle Belästigung zu beobachten kann also sehr leicht eine Folge einer sozio-optischen Täuschung sein. Insofern halte ich das Ganze für eher weniger belastbar, zumal die Kriterien selbstgewählt sind. Ich kennen Männer, die Penetration grundsätzlich als Gewalt klassifizieren.

        Für meine These der verrutschten Maßstäbe spricht auch, daß alle Männer, die körperliche sexuelle Belästigung beobachteten auch etwas dagegen getan haben. Bei der verbalen Belästigung sind es immerhin noch die Hälfte.

        Gefällt mir

      • elmardiederichs schreibt:

        Frauenergebnisse:

        Daß Frauen sich bedroht fühlen, ist das gewohnt Ergebnis: Das Dogma des männlichen Sexdämons ist so allgegenwärtig, daß eine Frau sich unsensibel wie ein Stück Holz vorkommen muß, wenn sie angibt, nicht sexuell belästigt zu werden – von dem selbsterzeugten Eindruck total unerotisch und häßlich zu sein, ganz zu schweigen.

        Die Motive, diese Fragen zu beantworten sind daher nicht dieselben und daran ändert auch eine präzise Definition sexueller Belästigung nichts. Denn man kann eben nun mal so eine Befragung nicht in einer Umgebung durchführen, in der die Frauen und Männer nichts über Rollenklischees wissen und aus deren Existenz ihren persönlichen Vorteil ziehen.

        Daher denke ich, daß solche Umfragen gar nichts helfen – obwohl es natürlich einen Bedarf gibt, sexuelle Belästigung, die zweifellos vorkommt, zu unterbinden.

        Schlechte Eigenschaften und schlechte Erfahrungen machen an Geschlechtergrenzen nicht halt, das scheint mir apriori klar zu sein. Aber wie man die Leute dazu bringen kann, dieselben Maßstäbe anzuwenden und nicht Kriterien der sozialen Erwünschtheit zu folgen, weiß ich nicht.

        Psychologen haben dasselbe Problem, vielleicht wissen di ja mehr.

        Gefällt mir

      • @Elmar

        Zur Durchführung dieser Umfrage (Methodik, Formulierungen, statistische Aussagekraft, Darstellung der Auswertung, etc) könnte man sich länger auslassen.
        Einige Punkte wurden bereits in den dortigen Kommentaren angesprochen.

        Bestimmt hat der Bildungsgrad einen Einfluss, aber wohl auch z.B. das Alter. Bei dieser ohnehin geringen Beteiligung das noch weiter aufzusplitten, wäre nicht sinnvoll gewesen.

        „daß eine Frau sich unsensibel wie ein Stück Holz vorkommen muß, wenn sie angibt, nicht sexuell belästigt zu werden“
        Tja, in diese Richtung geht es wohl.
        Wie ich weiter oben bereits sinngemäß Ben geantwortet habe, scheint es inzwischen zu den gesellschaftlich erwarteten Erfahrungen zu gehören, dass man sexuell belästigt wurde.
        Eine Frau, die angibt, nicht belästigt worden zu sein, gilt entweder als zu unattraktiv oder als tumb, wohnt im besten Fall hinter dem Mond.
        Dass sie vielleicht nur tolerantere Maßstäbe anlegt, bzw. Anerkennung oder Bewunderung aus manchen Äußerungen liest, wird nicht gesehen.

        „Daher denke ich, daß solche Umfragen gar nichts helfen“
        Das meine ich auch. Insbesondere wenn sie so dilettantisch aufgesetzt und durchgeführt werden, wirken sie eher kontraproduktiv und verstärken noch das Klima des Misstrauens.

        Gefällt mir

      • emannzer schreibt:

        Weiß nicht so recht. Mein Eindruck ist, daß es seit 2008 langsam besser wird.

        @elmar: Diesen Eindruck habe ich auch auch. Aber nicht nur mir geht es so, sondern auch vielen Anderen, mit denen man über diese Thematik spricht. Darunter sind auch recht bekannte Personen, die diese Einschätzung teilen.

        Der Grund dafür liegt wohl u.a. darin, dass es Feminismus und Gender Mainstreaming mittlerweile mehr und mehr überrissen haben und diese ganzen Abstrusitäten in der Gesellschaft eine Aufmerksamkeit geschaffen haben, die letztendlich dann in Ablehnung bzw. Kopfschütteln mündete.

        Meiner Meinung nach sollen die ruhig so weiter machen mit ihren Forderungen, denn je mehr Menschen mitbekommen, dass sie selbst davon auch betroffen sind, desto mehr ‚Widerstand‘ wird sich etablieren hierzulande.

        Besorgnis erregend finde ich allerdings die Tendenzen in der Politik (speziell in der SPD, die mit den Grünen schon genug Unfug angerichtet hat) und die Möglichkeit per Legeslative das Ganze in die Judikative zu schieben. Manuela Schwesig oder der Maas seien da nur als Beispiele genannt.

        @Anne: Klasse Beitrag, der durch seinen simplifizierten Widerspruch die Realität im Land widerspiegelt.

        @All: Lest mal das hier, es geht in die gleiche Richtung wie Annes Beitrag und ist eine bedrückende Auflistung: https://www.facebook.com/notes/frank-rander/test-bin-ich-ein-femifaschist-letzte-version/615225785219888

        Gefällt mir

      • Du hast ganz recht damit, dass der Feminismus einfach den Bogen überspannt hat.
        Bleibt nur zu hoffen, dass die Gesellschaft dies auch bald einsieht und aufhört, vor Feministinnen den Kotau zu machen.

        Interessanter Link, wenn auch etwas USA-spezifisch.

        Gefällt mir

  3. Plietsche Jung schreibt:

    Interessantes Statement !

    Gefällt mir

    • Interessant? Hm.

      Hast du noch nie Bedenken gehabt, dass manche deiner Äußerungen vielleicht von Frauen als Belästigung aufgefasst werden könnten?
      Du nimmst ja auch kein Blatt vor den Mund (was ich persönlich sehr schätze, aber es gibt auch Frauen, die sehr empfindlich reagieren).

      Wie hat sich dieses Thema deiner Erfahrung nach in den letzten 30 oder 35 Jahren entwickelt?
      Meinst du die Gefahr, als Mann als Belästiger wahrgenommen zu werden, ist gestiegen?

      Gefällt mir

      • Plietsche Jung schreibt:

        Och, meine Kommentare sind direkt, machmal auch provozierend, das stimmt. Wenn sich jemanf verletzt fühlt, tut es mir leid, aber deshalb verbiege ich mich nicht. Ich bin kein Gutmensch, der die Welt retten will, im Gegenteil, ich bin Realist und kein Träumer.

        Zu deiner Frage: Nein, ich fühle mich allein mit einer Frau im Fahrstuhl oder Raum nicht unsicher. Es ist schlimm, was deinem Bekannten da passiert ist und die Folgen sind dramatisch, wenn es so in die Öffentlichkeit gezerrt wird. Zum Glück arbeiten die Gerichte deutlich sachlicher als die Laienbevölkerung. Wenn allerdings klar ist, dass solche Vorwürfe nicht beweisbar sind, sollte der Frau klar sein, dass das ziemlich deftige juristische Folgen für sie hat. Natürlich wird das für den Mann ein Spießrutenlauf, aber wer ist schon gefeit vor freakigen Frauen ?

        Zu deiner nächsten Frage: Ich glaube, die Welt hat sich sehr verändert. Sex und nackte Haut im täglichen Leben sind omnipräsent. Jeder meint, dass sich eine persönliche Entfaltung nahtlos in die Gesellschaft applizieren lässt – hier gemeint aus Sicht der Frauen wie auch aus Sicht der Männer. Ich schätze, dass heute deutlich mehr Frauen dazu bereit sind, Dinge anzuprangern und anzuzeigen, aber auch mit Initiative und Plan den Mann zu belasten, gerade, wenn der Mann erpressbar und/oder vermögend ist.

        Niemand wird so angeprangert, wenn nichts zu holen ist.

        Gefällt mir

      • Das ist mir schon klar, dass du nicht davor zurückschreckst, auch mal anzuecken. Aber ich unterhalte mich gerade deshalb gerne mit dir, auch wenn wir mal (selten) gegensätzlicher Meinung sind.

        „Folgen sind dramatisch, wenn es so in die Öffentlichkeit gezerrt“
        Genau. Ich glaube nämlich nicht, dass er juristische Konsequenzen fürchten muss. Das gibt die Beweislage nicht her.
        Aber seine Familie hat er bereits verloren, Nachbarn und Bekannte ächten hin, und beruflich wird er wohl abgesägt.

        „solche Vorwürfe nicht beweisbar sind, sollte der Frau klar sein, dass das ziemlich deftige juristische Folgen für sie hat.“
        Da müsste man ihr erst mal nachweisen können, dass sie absichtlich eine Falschbeschuldigung gemacht hat. Aber auch für sie gilt ja in dubio pro reo.

        „Ich schätze, dass heute deutlich mehr Frauen dazu bereit sind, Dinge anzuprangern und anzuzeigen, aber auch mit Initiative und Plan den Mann zu belasten“
        Tja, dann ist das nicht nur mein Eindruck.

        Ich habe mal meinem Mann (er ist ja ungefähr so alt wie du) nach seinen früheren Erkenntnissen gefragt.
        Er meinte, in den (frühen) Achtzigern ging es sexuell viel lockerer zu als jetzt, bis dann AIDS zum alles beherrschenden Thema wurde.

        Gefällt mir

      • Plietsche Jung schreibt:

        Mal so, mal so. Aids gab sicher eine Art Delle, aber heute weiß doch jeder, was er tun oder nachweisen muss. Die 70er waren sicher „schlimmer“ 😉

        Gefällt mir

  4. Hat dies auf Geschlechterallerlei rebloggt und kommentierte:
    Mit etwas Zeitabstand reblogge ich diesen Post hier, der aber immer noch aktuell ist.

    Ich würde insbesondere gerne auch die Frage diskutieren, inwieweit es einen gesellschaftlichen Druck gibt, sich sexuell belästigt „zu fühlen“.

    Gefällt mir

  5. Pingback: Parallele Welten | #auschfrei

  6. Pingback: Tausendvierzig | breakpoint

  7. Pingback: Parallele Welten | ☨auschfrei

  8. Pingback: Parallele Welten | Geschlechterallerlei

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.